In Erfurt entsteht ein neuer „Zahngeist“

Mit hochkarätigen Gästen und einer würdigen Eröffnungsfeier im historischen Ambiente der Kaufmannskirche hieß die HMU Health and Medical University Erfurt ihren ersten Studierendenjahrgang der Zahnmedizin willkommen – und erinnerte gleichzeitig an die zahnmedizinische Tradition in der thüringischen Landeshauptstadt.

Die ersten Zahnmedizinstudierenden der HMU Erfurt: Gruppe 1 (Foto: Bogdan Hinrichs)

Es war ein besonderer Moment, als Ilona Renken-Olthoff, Gründerin und geschäftsführende Gesellschafterin der HMU Erfurt, das Wort ergriff und die rund 200 Anwesenden begrüßte. Denn in der Kaufmannskirche lernen sich die neuen Erstsemester nicht nur gegenseitig kennen, sie trafen auch auf erfahrene Zahnärztinnen und Zahnärzte, die vor rund 50 Jahren in Erfurt ihre Berufskarriere begonnen hatten.

 

Von der Erfurter Stomatologie zur modernen Oralen Medizin

Unter dem Motto „Zukunft braucht Herkunft“ erinnerten Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn, LZK-Präsident Dr. Ralf Kulick und der KZV-Vorsitzende Dr. Knut Karst in ihren Festreden an Vergangenes und lobten den innovativen Ansatz der Zahnmedizin, den die HMU Erfurt mit ihrem Studienkonzept verfolgt. Während Andreas Horn auf die universitäre Tradition Erfurts zurückblickte und auf die hohe Bedeutung des neuen Studiengangs für Erfurt und Thüringen verwies, skizzierte Dr. Ralf Kulick den „Beginn von etwas Großem“. Die Schließung der Medizinischen Hochschule Erfurt 1993 und die damit verbundene Abwicklung der Stomatologie wirke sich bis heute negativ auf die Zahnmedizin in Thüringen aus, so Kulick.

Die ersten Studierenden der Zahnmedizin an der HMU Erfurt: Gruppe 2 (Foto: Bogdan Hinrichs)

Dr. Knut Karst warf einen Blick in die Zukunft und betonte den hohen Wert moderner Oraler Medizin und die damit verbundenen Chancen für die zahnmedizinische Versorgung im Land. Anschließend wurden die neuen Studierenden – die nächste Generation hochqualifizierter Zahnärztinnen und Zahnärzte – persönlich vorgestellt und zu ihrer beruflichen Entscheidung beglückwünscht.

 

„Referenz an unsere damaligen Lehrer“

Prof. em. Dr. Dr. h. c. Thomas Hoffmann, Gründungsprodekan der Fakultät Medizin an der HMU Erfurt, nutzte die Chance, den zukünftigen Studierenden das zu vermitteln, was das neue Department Orale Medizin an der HMU Erfurt ausmacht: „Als Debütantinnen und Debütanten haben Sie die einmalige Chance, dieses Department mit aufzubauen, zu gestalten. Sie dabei zu unterstützen ist mir Ehre und Anliegen zugleich – und eine Referenz an unsere damaligen Erfurter Lehrer, insbesondere Peter Gängler.“ Gleichzeitig verwies er auf den besonderen Geist, der noch heute zwischen denjenigen herrsche, die vor 50 Jahre ihre zahnärztliche Karriere in Erfurt begonnen hätten. Den neuen Studierenden gab er mit auf den Weg: „Lassen Sie uns gemeinsam einen solchen Geist leben, nicht als Plagiat, sondern als neuen ‘Erfurter Zahngeist‘. Dann werden Sie nicht nur mit Freude studieren, sondern auch praktizieren.“