Sie hat einen Traum. Und sie ist bereit, dafür zu lernen. Linn Wietzorke hat sich für das Studium der Zahnmedizin entschieden. Los geht es im April. Dann startet der erste zahnmedizinische Jahrgang an der HMU Erfurt. Im Gespräch verrät sie, wie sie unsere Universität im Herzen Thüringens kennengelernt hat, wie sie die Zeit bis zum Studienbeginn aktiv nutzt und warum ihr die Erfahrungen aus dem Leistungssport beim Studium helfen werden.
Vom Golfsport zur Zahnmedizin
Linn, wie kam es, dass Sie sich für die Zahnmedizin an der HMU Erfurt entschieden haben?
Während meiner Schulzeit in Münster habe ich in der Praxis meines Vaters mitgearbeitet und den Ärzten assistiert. Ich fand die Medizin und speziell die Zahnmedizin schon immer spannend. Nach dem Abi habe ich noch ein vierwöchiges Pflegepraktikum absolviert und war danach überzeugt, den richtigen Weg zu gehen. Freunde, die selbst auch nach Studienmöglichkeiten im medizinischen Bereich gesucht haben, machten mich auf die HMU Erfurt aufmerksam. Ich habe mir die Uni beim Offenen Campustag angeschaut und fand das Konzept spannend und sehr ansprechend. Auch Erfurt hat mir sehr gut gefallen. Also habe ich mich beworben und mich mit Hilfe meiner alten Oberstufenordner auf das Auswahlverfahren vorbereitet.
Wie lief das Verfahren und wie haben Sie sich dabei gefühlt?
Das Auswahlverfahren fand online statt. Für mich war das sehr praktisch, da ich noch in Münster wohne. Der Test war definitiv machbar und dadurch, dass ich in meiner gewohnten Umgebung war, empfand ich vergleichsweise wenig Stress dabei. Auch das persönliche Gespräch war sehr angenehm und erschien mir aus Sicht eines Bewerbers als sehr sinnvoll, um eine Einschätzung zu bekommen, ob die nötigen sozialen Kompetenzen, die Motivation und der Ehrgeiz bei einem selbst in genügendem Maße für das Studium der Zahnmedizin vorhanden sind.
Motivation und Ehrgeiz haben Sie in den vergangenen Jahren ja schon im Leistungssport bewiesen…
Ja, ich habe seit meinem 6. Lebensjahr Golf gespielt und war mehrere Jahre im Leistungskader. Mit dem Schulteam war ich bei „Jugend trainiert für Olympia“. Im Verein sind wir mehrmals mit unserem Team bei den Deutschen Meisterschaften der Mädchen angetreten und waren noch dieses Jahr als Abschluss meiner Jugendgolfzeit beim NRW-Regionalfinale der Mädchenmannschaften. Doch die Zahnmedizin hat für mich jetzt Priorität, deshalb habe ich das Golfspielen auf eine Freizeitebene reduziert. Was ich im Sport gelernt habe, also nicht nachzulassen, zu trainieren, auch wenn man mal keine Lust hat, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und im Team zusammenzuhalten und sich gegenseitig zu stärken: All das wird mir im Studium auch helfen.
Wie nutzen Sie die Zeit bis zum Studienbeginn?
Dem klinischen Studienabschnitt sehe ich etwas gelassener entgegen, da ich die Arbeit in einer Zahnarztpraxis schon relativ gut kenne. Ich habe während meiner Schulzeit insgesamt vier Jahre lang bei der Zahnbehandlung assistiert und dabei gelernt, wie wichtig gute Kommunikation mit den Patientinnen und Patienten ist. Großen Respekt habe ich allerdings vor dem vorklinischen Studienabschnitt. Deshalb absolviere ich gerade ein viermonatiges Vorsemester an einem Kölner Institut. An fünf Tagen pro Woche lernen wir online Biologie, Chemie, Physik und Mathematik, aber auch Anatomie und Biochemie. Zwischendurch gibt es kleinere Prüfungen. Das hilft mir sehr. Was ebenfalls toll ist: Im Kurs habe ich schon ein paar Mädels kennengelernt, die auch im April das Studium an der HMU Erfurt beginnen.
Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie jetzt an das Sommersemester 2026 denken?
Ich freue mich darauf, die Stadt Erfurt, die Uni und andere Studierende kennenzulernen und hoffe, dass wir als Team gemeinsam das Studium bestreiten und uns gegenseitig unterstützen. Mir ist bewusst, dass es kein Spaziergang wird, aber mein Traum ist es, nicht nur zu assistieren, sondern auf der anderen Seite des Stuhls zu arbeiten. Ich möchte als Zahnärztin selbst Patientinnen und Patienten behandeln. Das ist meine Motivation für das Studium.
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