Prof. Dr. med. Heinrich Groesdonk
Professur für Anästhesiologie und Intensivmedizin
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Prof. Dr. med. Heinrich V. Groesdonk, E-AEC
Professur für Anästhesiologie & Intensivmedizin
Biographie
Prof. Dr. med. Heinrich Groesdonk studierte Humanmedizin an der RWTH Aachen, wo er 2003 mit „magna cum laude“ promovierte. Anschließend begann er seine klinische Ausbildung an mehreren Universitätskliniken (Ulm, Leipzig, Lübeck, Homburg/Saar), in denen er umfassende Erfahrung in Anästhesiologie, Intensiv-, Notfall- und Schmerzmedizin sammelte.
2009 übernahm er erstmals eine leitende Oberarztposition und entwickelte früh wissenschaftliche Schwerpunkte in den Bereichen perioperative Risikostratifizierung, Sepsisforschung, Herz und Gefäßchirurgie sowie intensivmedizinische Diagnose- und Therapieverfahren. Seine Habilitation schloss er 2014 mit einer Arbeit zur „non okklusiven mesenterialen Ischämie (NOMI)“ erfolgreich ab. 2017 wurde ihm die außerplanmäßige Professur der Universität des Saarlandes verliehen.
Seit 2019 leitet Prof. Groesdonk die Klinik für Interdisziplinäre Intensivmedizin & Intermediate Care am Helios Klinikum Erfurt. 2022 übernahm er zusätzlich die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Helios Klinik Blankenhain, 2023 folgte die Leitung des Zentrums für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerz & Palliativmedizin. Von Beginn 2023 bis Ende 2024 leitete er das Helios Klinikum Erfurt als Ärztlicher Direktor. Seit 2025 ist er Medical Consultant der Region Süd für die Geschäftsführung der Helios Kliniken GmbH. 2025 startete seine W3 Professor für Anästhesiologie & Intensivmedizin an der HMU Erfurt.
Sein beruflicher Weg ist geprägt durch die Entwicklung innovativer Weiterbildungscurricula, den Aufbau eines überregional renommierten ECLS Zentrums sowie die enge Verzahnung von klinischer Versorgung, Lehre und Forschung.
Lehrtätigkeiten
Prof. Groesdonk engagiert sich seit 2002 kontinuierlich in der medizinischen Ausbildung. Nach frühen Tätigkeiten als Tutor baute er an mehreren Universitätskliniken klinisch-praktische Lehrformate auf, u. a. das „Intensivmedizinische Visitenformat“ in Homburg/Saar und ein Wahlfach Intensivmedizin am Universitätsklinikum des Saarlandes.
Seine Lehrformate verbinden kontinuierlich praxisnahe klinische Beispiele, Ultraschalldiagnostik, Simulationstraining sowie problemorientiertes Lernen. Er war Prüfungsvorsitzender in M3 Prüfungen, Dozent im hochschuldidaktischen Kurs „Teach the Teacher“ und verantwortete Curricula im Bereich Ultraschall, Notfallmedizin und Intensivmedizin.
Seit Gründung der HMU Erfurt ist Prof. Groesdonk aktiv an der Lehre beteiligt, insbesondere in:
• Wahlfach Kickstart Medizin – Klinik trifft Grundlagen
• Berufsfelderkundung – Ärztlicher Tätigkeitsbereich & Krankenhausmanagement
• Praktikum Einführung in die Klinische Medizin
• Ausbildung von PJ Studierenden
Ein besonderes Anliegen ist ihm der Ausbau simulationsbasierter Lehre. Als Leiter der Simulations- und Notfallakademie (SiNA) integriert er modernste Trainingsmethoden in die Ausbildung der HMU Studierenden.
Forschungsschwerpunkte
Die wissenschaftlichen Arbeiten von Prof. Groesdonk sind durch eine große thematische Breite gekennzeichnet und vereinen klinische Forschung, Versorgungsforschung und technologische Innovationen. Seine zentralen Forschungsschwerpunkte umfassen:
1. Perioperative Risikostratifizierung & Outcome-Forschung
Er entwickelt individualisierte Risikoprofile zur Verbesserung der perioperativen Versorgung, insbesondere bei hochbetagten und kritisch kranken Patient:innen. Zahlreiche Projekte, Publikationen und Abschlussarbeiten sind diesem Schwerpunkt zugeordnet.
2. Sono- & Echokardiographie in der Intensivmedizin
Die Arbeitsgruppe adressiert innovative Ansätze zur Ultraschalldiagnostik, darunter:
• gastrale Ultraschalldiagnostik zur Steuerung enteraler Ernährung
• Diaphragmasonographie
• KI basierte Untersuchungsalgorithmen im MOPOCUS Kontext
• Delegation intensivmedizinischer Ultraschallverfahren
3. Extracorporeal Life Support (ECLS)
Ein Schwerpunkt mit nationaler Strahlkraft:
• Aufbau eines deutschlandweiten ECLS Netzwerks der Helios Kliniken
• Etablierung standardisierter Behandlungs- und Trainingsprogramme
• Forschung zu Morbidität & Mortalität unter ECMO Therapie
• Entwicklung innovativer Modelle in Kooperation mit internationalen Partnern
Seine Forschungsleistungen spiegeln sich in zahlreichen Publikationen in internationalen Peer Review Journals, Leitlinienbeteiligungen, Gutachtertätigkeiten sowie Editorial Board Mandaten wider.
Als Leiter der Klinik für interdisziplinäre Intensivmedizin und Intermediate Care und Professur der HMU arbeitet er an der Umsetzung folgender Forschungsvorhaben:
• Umsetzung der NHS Patienteninitiative Martha’s Rule bei Helios
• Im Bereich ECMO:
o Teilnahme an der Studie Transport+, eine PMCF Studie zu einem neuen, zertifizierten ECMO-Medizinprodukt
o Auswertung der lokalen ELSO-Daten zu ECMO Behandlungen
• Ultraschalleinsatz zur Evaluierung von enteraler Ernährung
• Entwicklung eines standardisierten Schlucktestes mit 3D gedruckten Medikamentenplacebos
• Beatmungs-Weaning mit Virtual Reality
• Optimierung der Notaufnahme
• Weiterentwicklung perioperativer Medizin mittels Qualitätskontrolle
• Evaluation neuer Prozesse in der Rettungskette im Bereich Reanimation
• Schaffung von Psychologischer Infrastruktur auf Intensivstationen
• Ambulante Nachsorge von PICs-Patient:innen nach ECMO-Versorgung
Publikationen